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Alles verbunden

Einblicke in das Energienetzwerk des Körpers

Veröffentlicht am 08.01.2021

Energiesysteme sind rational häufig schwer zu fassen. Woher soll man wissen, ob tatsächlich etwas fliesst, wenn man gar nichts sieht? Dennoch ist mittlerweile unbestritten, dass auch unser Körper von Energieflüssen geprägt wird.

 

Seit die Akupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auch in der westlichen Welt Einzug in die komplementäre Medizin gehalten hat, wächst das Verständnis vom Energienetzwerk des Körpers und der Anwendung in Form von Nadelakupunktur, Fussreflexzonenmassage, Ohr- Akupunktur, Akupressur und Shiatsu. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht die Akupunktur als bestätigte Methode an – und zahlreiche klinische Studien belegen deren Erfolg bei über 40 Krankheiten. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Akupunktur sowohl über das Nervensystem als auch über die Hormone eine durchblutungssteigernde, muskelentspannende und schmerzlindernde Wirkung entfaltet. Auch die Psyche wird positiv beeinflusst. Selbst in der Notfallmedizin gibt es einige Triggerpunkte, die von geschulten Sanitätern genutzt werden. Wichtig und ausschlaggebend ist die Forschungs-Erkenntnis, dass die Akupunktur bei richtiger Anwendung keinerlei Nebenwirkungen mit sich bringt.

Auch wenn der Gedanke von Energieleitbahnen in der Schulmedizin als „esoterisch“ gilt, konnten mit neuesten Thermographie-Techniken haarfeine Strukturen unter der Haut sichtbar gemacht werden. Wie Experimente mit radioaktiv markierten Stoffen, die in die Akupunkturpunkte eingespritzt wurden, zeigen, bestehen die als Meridiane bezeichneten Bahnen aus wasserführenden Kanälchen, die den gesamten Körper durchziehen und u. a. innere Organsysteme mit Punkten unterhalb der Haut verbinden. Daher ist ein gut mit mineralstoffarmen Wasser versorgter Körper die Voraussetzung für den Energiefluss sowie die Effektivität der Akupunktur.

 

Die beiden Gegenpole

Das Akupunktur-System beschreibt die auf den zwölf Hauptmeridianen liegenden Punkte und deren Wirkungen auf das Energienetzwerk. Direkte Verbindungspunkte zu den Organen und Funktionseinheiten gibt es in komprimierter Form auch in der Ohrmuschel, der Handinnenfläche und der Fusssohle. In den Meridianen fliesst nach altchinesischer Auffassung die Lebensenergie „Chi“ mit ihren beiden Anteilen Yin und Yang. Diese beiden lebenserhaltenden Kräfte sind im Körper gleichzeitig als Gegenpole wirksam. So haben die Organe je nach Tageszeit abwechselnd eine aktive und eine inaktive Phase. Diese Phasen sind in der sogenannten Organuhr verbildlicht. So kann man bei Schlafstörungen, die vorwiegend zwischen ein und drei Uhr nachts auftreten, auf Probleme mit der Leber schliessen, die in dieser Zeit ihre höchste Aktivität besitzt.

Gut im Fluss?

Ein Fliessen der Chi-Energie bedeutet Wachstum und Leben, ein Stagnieren bedeutet Zerfall. Schmerzende Körperstellen zeigen im Sinne der TCM eine Blockade im Energiefluss an. Blockaden zu lösen – insbesondere im Bereich von Muskeln, Sehnen und Gelenken – führt meist zum Verschwinden der Schmerzen.

Eine kräftige Nierenenergie ist Voraussetzung für ein kraftvolles Fliessen der Lebensenergie. Bei einer Leber- Chi-Schwäche können unterschiedliche Symptome auftreten, z. B. Erschöpfung und Müdigkeit, ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis, Probleme mit den Ohren (z. B. Tinnitus, Schwerhörigkeit), Schilddrüsenprobleme, Osteoporose, Schmerzen im unteren Rücken, innere Unruhe, kalte Hände und Füsse, aber auch Hitzewallungen. Diese Symptome können durch mehrfaches tägliches Massieren der Nieren-Punkte gelindert werden.

Aus der indischen Heillehre, dem Ayurveda, kennt man die sieben Hauptchakren, Energiezentren auf der Mittellinie des Körpers entlang der Energie- Röhre. Jedes Chakra verbindet den physischen Körper mit dem feinstofflichen Körper, daher werden ihnen – ähnlich den chinesischen Organsystemen – physische und mentale Funktionen zugeschrieben.

Der Energiefluss kann von trainierten Menschen in andere Chakren, z. B. das Herz- oder Solarplexus-Chakra, umgeleitet werden und verleiht ihnen eine besonders ausstrahlende Persönlichkeit oder „leuchtende Aura“. Wieder andere Menschen scheinen mit ihren Händen Kraft und Stärke übertragen zu können. Interessanterweise hat das elektromagnetische Feld, das vom Herzen ausgestrahlt wird, ebenfalls die Form eines Torus – so wie auch das Magnetfeld der Erde.

 

Nach innen und aussen

Der Körper besitzt nicht nur ein inneres Energiesystem, sondern er ist auch mit der Natur als Ganzem und mit anderen Menschen energetisch verbunden. Wer von uns empfindet nicht Trauer beim Anblick von Leid, wie z. B. bei verendenden Vögeln in einem Öl-Teppich? Wer konnte nicht schon einmal am eigenen Körper spüren, wenn es einem geliebten Menschen schlecht geht – auch wenn er meilenweit von uns entfernt ist? Mit dem richtigen Verständnis können die Einwirkungen auf das Energienetzwerk des Körpers genutzt werden, um Beschwerden zu behandeln. In der klassischen TCM werden die Akupunkturpunkte mit Nadeln stimuliert. In der Akupressur nutzt man die Finger oder einen stumpfen Stift. In der Elektro-Akupunktur werden die Punkte durch einen geringen elektrischen Strom angeregt.

Eine neue Methode mit speziellen Pflastern macht sich die vom Körper selbst abgegebene Licht- und Wärmestrahlung zunutze, um den Akupunkturpunkt zu stimulieren und einen Impuls über das Energienetzwerk zu senden. So sollen nicht nur vegetative und hormonelle Reaktionen ausgelöst, sondern auch biochemische Prozesse in Gang gesetzt werden. Je nach Pflastertyp kann z. B. die körpereigene Produktion von Glutathion oder des Schlafhormons Melatonin angeregt werden. Bei der neuesten Generation der Pflaster wird die Bildung eines Kupfer-Proteins stimuliert, das die Stammzellen der Haut aktiviert. Das eröffnet möglicherweise neue Aspekte der Anti-Aging- und sanften Narbenpflege.   

Die Verbindung der verschiedensten Elemente Das chinesische Organsystem „Milz-Pankreas“ holt die feinstoffliche Energie aus der Nahrung. Nach dem Verständnis der TCM ist die Milz das primäre Verdauungsorgan, weil sie den Nahrungsmitteln und Getränken die reinen Nähressenzen entzieht, die mithilfe des Atems zur Lebensenergie Chi transformiert werden. Daher ist eine natürliche Nahrungsquelle mit viel Gemüse und Obst äusserst wertvoll. Industrielle Nahrung hingegen besitzt keine feinstoffliche Energie mehr. Eine Milz-Chi-Schwäche ist weit verbreitet. Sie äussert sich u. a. durch Müdigkeit, Grübeln, Lust auf Süsses und eine schlechte Verdauung. Sie wird u. a. durch kalte Speisen, viele Milchprodukte, Rohkost, ein fehlendes Frühstück sowie üppige/grosse Mahlzeiten am Abend gefördert. Abhilfe schaffen ein warmes Frühstück, gekochte Speisen, verdauungsfördernde Gewürze und wärmende Tees mit Fenchel, Kümmel und Anis.

Die feinstofflichen Energien können vom Körper aber nicht nur über die Nahrung aufgenommen werden. Das Barfussgehen über Morgentau wird von vielen Menschen als wohltuende „Erdung“ wahrgenommen. Während die Energie der Mutter Erde von unten in den Körper einfliesst, kann sie durch den Scheitelpunkt des Kopfes, das Kronenchakra, in den Himmel fliessen. Gleichzeitig kann die kosmische Energie abwärts zur Erde fliessen. Beide Ströme bilden eine Energie-Röhre und somit einen Fluss von Energie im Körper, der sich in der Wissenschaft auch in Form eines Torus – einer Art Schwimmring – darstellen lässt. Dieser wird in der keltischen Mythologie als Weltenbaum Yggdrasil symbolisiert, der seine Wurzeln in die Erde und seine Äste in den Himmel ausstreckt und so das Oben und Unten verbindet.

 

 

 

 

Autor:

Thorsten Walter ist Diplom-Biologe und bietet mit Iaso – integrative Gesundheitsberatung – Vorträge, Seminare und Beratungen zu Gesundheit und Prävention. Im Vordergrund steht die Aufklärung über Körperfunktionen und biologische Prinzipien der Regeneration.

KONTAKT:

info@iaso-kiel.de

 

 

 

Text: Thorsten Walter

Fotos: stock.adobe.com (2), Thorsten Walter (1)

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