Hand & Foot

Ziemlich angegriffen

Äussere Faktoren führen häufig zu brüchigen Nägeln

Veröffentlicht am 09.01.2021

Nicht jeder hat von Natur aus feste Nägel. Und wenn, können sie durch alltägliche Belastungen brüchig werden. Deshalb gilt es zunächst, die Ursache zu erkennen.

 

Nägel schützen die empfindliche Fingerkuppe und helfen den Fingern beim Greifen. Genau wie Haare sind sie Anhangsgebilde der Haut aus Keratin. Der Nagel bildet sich in der Nagelwurzel unter dem Nagelfalz. Von dort wächst er ins Nagelbett, an beiden Seiten begrenzt durch den Nagelwall. An der Stelle, an der sich der Nagel ins Nagelbett schiebt, ändert sich die Lichtbrechung des sonst klaren glänzenden Keratins und der helle Nagelmond zeichnet sich ab. Wie fest der Nagel ist, liegt hauptsächlich an der Dicke der Keratinplatten. Dies ist in erster Linie angeboren, kann aber auch durch Faktoren wie Ernährung und äussere Ursachen beeinflusst werden. Daher sollte zunächst auf eine ausgewogene vitamin- und mineralienreiche Ernährung geachtet werden. Diese beeinflusst nicht nur die Dicke der Nägel, sondern auch deren Wachstum. Die einzelnen Keratinplatten wachsen mit einer Geschwindigkeit von 0,5 bis 1,2 Millimeter pro Woche aus dem Nagelfalz Richtung Nagelspitze. Um ein sehr langsames Nagelwachstum etwas zu beschleunigen, kann es ratsam sein, zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Kieselerde zu greifen. Diese versprechen eine bessere Keratinproduktion.

 

Weisse Flecken und Rillen

Jeder kennt die kleinen weissen Flecken, die langsam mit dem Nagel herauswachsen und wieder verschwinden. Oft sehen sie wie kleine Wolken im Nagel aus. Die landläufige Meinung ist, dass es sich dabei um Anzeichen von Kalziummangel handelt. Die Ursache ist jedoch oft viel einfacher. Unter dem Nagelfalz befindet sich das Bildungszentrum der Nägel. Kommt es während der Bildung zu mechanischen Belastungen, liegen die Keratinplatten nicht mehr fest aufeinander – es kommt zu Lufteinschlüssen, die die Lichtbrechung ändern und das wolkenartige Aussehen verursachen. Um dies zu vermeiden, sollte bei der Manicure am Nagelfalz besonders vorsichtig gearbeitet werden. Die Nagelhaut sollte nicht geschnitten, sondern vorsichtig zurückgeschoben werden. Dies geht am einfachsten nach einem Bad oder durch Nutzung eines Erweichers mit Urea. Ein Pflegeprodukt für den Nagelfalz oder eine pflegende Handcreme halten den Nagelfalz weich und elastisch, damit der Nagel gleichmässig aus der Nagelwurzel wachsen kann.

Ebenso häufig wie weisse Flecken sind Rillen: Die Nageloberfläche ist nicht glatt und glänzend, sondern weist Rillen in Wuchsrichtung auf. Diese können verschieden tief und breit sein und wie die weissen Flecken bei der Nagelbildung entstehen. Sie sind aber auch ein Zeichen der Hautalterung. Ab dem 35. Lebensjahr können Rillen entstehen. Sie sind harmlos und lassen sich mit einer Polierfeile vorsichtig glätten. Eine regelmässige Pflege des Nagelfalzes ist hier empfehlenswert.

 

Verfärbungen des Nagels

Verfärbte Nägel haben häufig äussere Ursachen, wie z. B. eine Gelbfärbung durch das Rauchen. Bei mechanischer Belastung können sich genau wie auf der Haut blaue Flecken im Nagelbett bilden und es kann zu Einblutungen in den Nagel kommen. Kleine Einblutungen erscheinen oft als dunkle Linien entlang der Keratinstrukturen. Ist die Einblutung mit Druckschmerz verbunden, kann der Hautarzt den Nagel eröffnen und den Druck ablassen. Dies ist schmerzlos und verhindert den Verlust des Nagels. Meist wächst der neue Nagel gesund nach und nach einigen Monaten ist von dem blauen Nagel nichts mehr zu sehen. Gelbliche und verdickte Nägel können ein Anzeichen einer Pilzerkrankung sein, hier sollte bei Verdacht der Hautarzt aufgesucht werden.

Trübe und bläuliche Nägel können ein Anzeichen einer ernsten Erkrankung sein, z. B. von Leber- und Herzkrankheiten, die Veränderungen im Nagelbett verursachen und die Nägel trüb erscheinen lassen. Leicht bläuliche Nägel sind Anzeichen für einen Sauerstoffmangel im Körper. In beiden Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso schwerwiegend sind plötzliche Veränderungen der Nagelform. Beginnen sich die Nägel nach innen zu biegen oder werden sie besonders rund und nach aussen gewölbt, sollte ein Arzt die Ursache klären. Es könnte sich hierbei um eine Mangelernährung oder eine schwere Erkrankung handeln.

Die häufigste Ursache unschöner Nägel ist eine erhöhte Brüchigkeit. Die Nägel brechen und reissen bei geringen Belastungen am Nagelrand ein, beginnen abzusplittern und erreichen keine ansprechende Länge. Die Ursache liegt neben Ernährungsfehlern meist an häufigem Händewaschen oder dem Kontakt mit Reinigungsmitteln und Chemikalien.

Ein klassischer Entfetter ist Nagellackentferner. Und auch wenn mittlerweile Entferner ohne Aceton gängig sind, haben sie ein gewisses entfettendes Potenzial. Ebenso entfettend wirkt das Desinfizieren der Hände.

 

Rückfettende Pflege

Spezielle Nagelcremes oder -öle können den Nägeln eine gewisse Rückfettung bieten. Mit Ölen lässt sich kann zudem eine Kuranwendung durchführen, indem man die kompletten Fingerkuppen ins Öl hineintaucht. Ausserdem sollte bei brüchigen Nägeln besonders darauf geachtet werden, wie man sie kürzt. Durch grobe Abbruchstellen am Nagelrand kann Wasser zwischen die Keratinplatten gelangen, was diese anlöst und weitere Brüche verursacht.

Das Schneiden der Nägel mit einer Nagelschere übt viel Druck aus. Besser zum Kürzen eignet sich ein Nagelknipser, da dieser den Druck gleichmässig verteilt. Am besten ist für Nägel jedoch das regelmässige Feilen. Dabei sollte man darauf achten, immer vom Rand am Nagelwall zur Spitze hin zu feilen. Besonders schonend sind dabei Glasfeilen, da sie sehr fein gearbeitet sind und den beim Feilen entstehenden Staub zwischen die Keratinplatten reiben und so die Feilkante verschliessen.

Allgemein gilt: Störungen des Nagelwachstums oder des Keratinaufbaus des Nagels können auswachsen. Ist jedoch das Nagelbett betroffen, kann es zu dauerhaften Schäden kommen. So können sich nach Verletzungen der Fingerkuppe, bei denen das Nagelbett betroffen war, die Nägel chronisch verändern.

Für schöne, gepflegte Nägel sind oft nur wenige Schritte nötig:

  • Haut und Nägel regelmässig mit Cremes und/oder Ölen pflegen
  • Die Nägel in eine Richtung feilen
  • Bei Reinigungsarbeiten geeignete Handschuhe benutzen, um den Kontakt mit Chemikalien zu vermeiden
  • Mechanische Belastungen vermeiden
  • Ausreichend trinken
  • Bei der Manicure unbedingt darauf achten, dass die Nagelhaut nicht verletzt wird.    

 

 

 

 

Autorin:

Dr. Evelyn Fein: Die Diplom-Molekularbiologin hat nach ihrem Studium und der Promotion an der Universität Heidelberg in vielen Biologie-/ Medizin-Bereichen gearbeitet. Bei Gustav Baehr ist sie für Regulatory Affairs/Quality Management zuständig.

KONTAKT:

evelyn.fein@gustav-baehr.de

 

 

 

Text: Dr. Evelyn Fein

Fotos: stock.adobe.com (1), Dr. Evelyn Fein (1)

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